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Mit der Schule zum Taj Mahal

Mit der Schule zum Taj Mahal

„Filder-Zeitung“, 23.09.2011 02:43 Uhr
Echterdingen. Das Hahn-Gymnasium startet einen Austausch mit Indien. Von Sanja Döttling

Da geht’s hin: (v.l: Teresa Höfgen, Daniel Névir und Hannah Günther an der Karte: Detlev Devantié und Jens-Peter Rau)
Da geht’s hin: (v.l: Teresa Höfgen, Daniel Névir und Hannah Günther an der Karte: Detlev Devantié und Jens-Peter Rau)

Noch fünf Wochen und zwei Tage“, sagt eine Schülerin. Dann, am 28. Oktober, brechen 16 Mädchen und Jungen in weite Ferne auf. Das Philipp-Matthäus-Hahn-Gymnasium (PMHG) bietet erstmals einen Austausch mit Indien an und ist damit Vorreiter auf den Fildern. Gerade haben die Schüler ihr Visum beantragt – was gar nicht so einfach ist. Eine Schülerin löschte versehentlich das fertige Dokument und musste noch einmal von vorn beginnen. Sind die Visa da, geht es für zwei Wochen nach Sonepat, das in der Nähe von Delhi liegt.

Der Austausch führt die Schüler nicht nur 6000 Kilometer von Zuhause fort, sondern zeigt ihnen auch eine fremde Kultur. „Das Land ist sehr interessant. Es hat eine alte Kultur und ist eine aufstrebende englische Demokratie, aber auch eine neue Wirtschaftsmacht“, sagt Wolfgang Krause, Rektor des PMHG. Das Interesse am Austausch war nicht nur auf indischer Seite groß: 40 Schüler aus den Klassen zehn und elf wollten mit. „Wir entschieden uns für die Schüler, die nicht nur im Eigeninteresse nach Indien wollen, sondern sich auch als Botschafter der Schule und Deutschlands verstehen“, sagt Krause. Hannah Günther gehört zu den Schülern, die am Austausch teilnehmen. In ihrem Zimmer hängt ein Plakat von Gandhi, dem Anführer der Unabhängigkeitsbewegung. „Das Land ist ein großer Kontrast zu Deutschland“, sagt sie, „mit einer ganz anderen Lebensweise.“ Einen Kulturschock erwartet sie sogar. Teresa Höfgen hat sich privat auf den Austausch vorbereitet und stundenlang Dokumentationen über Indien angeschaut. „Mich interessiert die Religion und auch das Leben in den Familien“, sagt sie. Die Mutter von Daniel Nèvir war anfangs skeptisch, ihren 16-jährigen Sohn nach Indien zu schicken. „Das Elend machte ihr Angst“, sagt Daniel. Ganz unvorbereitet sind die Schüler nicht. Einmal die Woche besuchen sie Kurse, die mit indischen Eigenheiten und dem Land vertraut machen. Organisiert ist die Vorbereitung und der Kontakt zur Partnerschule in Kooperation mit dem Seminar für Lehrerbildung Stuttgart, das seit einiger Zeit einen Lehreraustausch mit Sonepat pflegt.
Das Programm steht noch nicht ganz fest. „Aber wir besuchen auf jeden Fall das Taj Mahal und fahren nach Delhi – zum Sightseeing und zum Shoppen“, sagt der
Lehrer Jens-Peter Rau. Ihm wäre auch ein Besuch des Himalaya-Vorlandes und
einer Fair-Trade-Firma wichtig. Ob das klappt, und was sie erleben, werden die
Schüler live aus Indien bloggen. Hoffentlich spielt die Technik dann mit.