Monthly Archives: Oktober 2012

Party Indian Style

Party Indian Style

Neben dem kulturellen Programm, kommt auch der Freizeitfaktor nicht zu kurz, wie man dem folgenden Beitrag von David Wagner und Philipp Dorwarth entnehmen kann:

Gäste der Party

Der Abend unseres vierten Tages in Indien endete etwas anders als ursprünglich geplant. Was anfangs als gemütlicher Plausch zwischen vier Austauschschülern geplant war, mündete unerwartet in eine interkulturelle Party. Es begann recht locker: Wir aßen bereits unseren vierten Gang (!) Snacks, als die ersten Gäste eintrafen. Schon nach wenigen Minuten wurde deutlich, dass es nicht bei einem kleinen Treffen bleiben würde. In kürzester Zeit füllten bereits 20 Schüler den Raum und es kamen immer noch mehr. Als es drückend voll war, wurde uns der Partyraum der Famile geöffnet, in den wir trotz seiner großzügigen Grundfläche kaum hineinpassten. Zunächst standen Jungs und Maedchen noch sauber getrennt und beäugten sich allenfalls schüchtern, doch diese Zurückhaltung verflog schnell.

Disco pogo!

Die Lichter gingen aus und die Party begann. Mit der Unterstützung extra engagierter Tanzlehrer schwangen wir die Hüften und wedelten mit den Armen in der Luft. Wir lernten die typischen „Bollywood Moves“ und zeigten unsererseits deutsche Taenze. Als die Party in vollem Gang war und es immer heisser wurde, gab die Gastfamilie  eine Runde „kurze Saftpäckcken“ aus. Ein etwas ungewohnter Partydrink, der dennoch die Stimmung mächtig anheizte. Dass wir uns beim Tanzen bis auf die Knochen blamierten, störte keinen mehr. Als alle von oben bis unten durchgeschwitzt waren (jetzt können unsere deutschen Deos zeigen, was sie taugen) und die Temperatur bei gefühlten 80 Grad lag, servierte die Gastfamilie „einen Snack“, der – wie sich herausstellte – diesmal aus fünf Gaengen bestand. „Mitten in der Nacht“ (20 Uhr!) verschwanden dann alle Gäste und unsere Familie ging zum eigentlichen DINNER über.

David Wagner und Philipp Dorwarth

Gastfreundschaft

Gastfreundschaft

Elea hat im folgenden Beitrag ihre ersten Erfahrungen in der Familie festgehalten. Im Moment nutzen wir die gute Verbindung um Texte einzustellen – die Bilder folgen später!

Begrüssung in der Schule

Nach einigen Tagen in Indien werde ich versuchen, meine ersten Eindrücke zu beschreiben. Das gestaltet sich jedoch schon allein deshalb schwierig, weil es kaum „zweite“ Eindrücke gibt. Jeder Moment ist neu, anders und beeindruckend. Eine Sache ist mir trotzdem aufgefallen: die grenzenlose Gastfreundschaft unserer indischen Freunde. Man kümmert sich immer hervorragend (und – zugegeben – manchmal fast schon zu viel ) um uns! Die Türen standen uns von Anfang an offen und wir sind sofort Teil der Familie geworden. Die Inder sind sehr daran interessiert, etwas über Deutschland zu lernen, aber noch wichtiger ist ihnen, uns einen Teil von Indien auf unseren Weg mitzugeben und jeder tut dies auf seine Weise: Der eine singt und tanzt, ein anderer kocht und der dritter erzählt etwas über indische Gottheiten. So wird unser Wissen über Land und Leute wie ein Puzzle jeden Tag breiter. Jedoch ist man vor allem bemüht das tolle, große und mächtige Indien zu zeigen. Über die allgegenwärtige Armut wird weniger gesprochen.

Die Unterschiede zwischen Deutschland und Indien sind enorm. Aber hey: It’s not right, It’s not wrong – it’s just different!

Elea Oertel

Anekdoten aus dem indischen Straßenverkehr

Anekdoten aus dem indischen Straßenverkehr

Auf unseren Fahrten zu den verschiedenen Sehenwürdigkeiten der Region, fielen Melanie einige Besonderheiten auf:

Wenn eines sicher ist, dann, dass nichts sicher ist – auf Indiens Straßen. Generell gilt: Vorfahrt hat, wer am lautesten und längsten hupt oder das größte Auto besitzt. Außer der Ampel existieren sonst keine Regeln, die eingehalten werden. Nur auf Kühe wird besonders Ruecksicht genommen.

Wenn Shubhangi (meine indische Austauschschülerin) und ich die Straße überqueren wollen, nimmt sie mich an der Hand wie ein kleines Kind. Trotzdem bleibe ich regelmäßig einfach stehen, schreie oder will umdrehen. In dieser Hinsicht sind wir alle kleine und ungeübte Kinder.

Zu meiner persönlichen Verteidigung: Ich bin diesen Verkehr nicht gewohnt! Es sind nicht nur die Hupen, die irritieren, sondern auch die Masse an Menschen, die sich auf verschiedenste Art und Weise fortbewegen. Kühe, Schweine, Hunde (und manchmal sogar Elefanten) mischen sich zwischen Fußgänger, Radfahrer, nicht motorisierte und motorisierte Rikshas, Busse, Lastwagen, Autos, Transporter, Straßenverkaeufer und auf dem Highway kurz vor Delhi auch Prostituierte. Überblick zu behalten ist auf indischen Straßen ein hoffnungsloses Unterfangen.

Dazu kommt der Müll, der sich – aufgrund fehlender Müllabfuhr – überall auf den Straßen wiederfindet. Auch ich kann mir mittlerweile nicht anders behelfen als Packungen und Restmüll aus Bussen und auf den Boden zu werfen. Keep India Clean stand auf einem der raren Mülleimer am India Gate in Delhi geschrieben. Circa eine Stunde entfernt davon befindet sich ein riesengroßer, stinkender Müllberg. Auf ihm Menschen und Tiere, die von diesem Müll leben und sogar Goetterstatuen. Überall liegen außerdem die Reste von Essen und andere Abfälle. Keep India Clean? Dafuer ist es zu spät.

Die Straßennutzer interessiert der Müll wenig. Sie sind mehr damit beschäftigt, sich einen Weg durch das Gedränge zu bahnen. Dabei haben Straßenbeschilderungen generell nichts zu sagen. Jeder fährt wo er will und soviele nebeneinander wie Platz auf der Straße ist. So war ich unglaublich erleichtert, einen Anschnallgurt im Auto meiner Gastfamilie vorzufinden. Nur musste ich dann feststellen, dass keine Anschnallverankerung vorhanden ist. Mein Airbag besteht aus den Indern oder wahlweise auch Deutschen, die neben mir dicht auf dicht sitzen. In Deutschland würde niemand auf die Idee kommen, sieben Personen auf fünf Sitzplaetze zu verteilen. In Deutschland würde aber auch niemand auf die Idee kommen, einen vollbesetzten Bus mitten auf dem Highway wegen eines Unfalls zu wenden. Doch genau das ist uns auf der Rückfahrt von Delhi passiert!

Indiens Strassen im Sonnenuntergang

Mitten aus einem Traum gerissen, konnte ich erst gar nicht fassen, was passiert war. Unser Bus stand orthogonal zur Fahrtrichtung und war dabei zu wenden. Das totale Verkehrschaos brach aus und wir fanden uns einer Front hupender indischer Autos gegenueber. Wir hatten es geschafft, den ganzen Verkehr vor und nach uns lahm zu legen. Fassungslos verfolgte unsere Gruppe das Geschehen, während unsere indischen Austauschschüler die gesamte Situation gelassen verfolgten. Es war für uns Deutsche ein komplett ungewohntes Bild, jedes Auto andersherum auf der Strasse stehen zu sehen. Teilweise Motorhaube an Motorhaube waren dort überall heftig diskutierende und wild gestikulierende Inder, die versuchten, den Verkehr zu koordinieren. Doch ebenso schnell wie das Chaos ausgelöst worden war, verschwand es auch wieder. Für uns jedoch folgte eine stundenlange Heimfahrt und wir mussten die Richtung des Highways einfach ändern, um dem Unfall auszuweichen, auch wenn das bedeutete, dass es auf einmal zwei Spuren in die gleiche Richtung gab. Aber so ist Indien – NO RULES, NO PROBLEMS!

  Melanie Michalski

Erste Eindrücke

Erste Eindrücke

The Royal Treatment

Es ist oft nicht ganz leicht, eine zuverlässige Internetverbindung zu finden, aber dank einer Dinnereinladung in ein Haus mit WiFi sollte es heute Abend klappen. Den ersten Eindruck übermittelt Blogger Paul, dessen Beschreibung stellenweise von dichterischer Freiheit Gebrauch macht. Er schrieb im Bus auf dem Weg nach Delhi, wo so manches Schlagloch seine kreative Ader beflügelte:

Unser vierter Tag in Indien hat gerade erst begonnen, und nicht zum ersten Mal frage ich mich, ob mein Entschluss hierher zu kommen nun wagemutige Neugier oder naiver Wahnsinn war. Wenn ich mir diese Frage stelle, kommen mir eine Menge Eindrücke in den Sinn. Da wäre zum Beispiel die Wand, bestehend aus bedrückender Hitze, Schwüle und dem beißenden Geruch indischen Staubs und Smog, welche wir mit diabolischer Endgültigkeit durchschritten, als wir aus dem Flughafen traten.

Im Kontrast dazu steht wiederum der pompöse Empfang, welchen wir bei unserer Ankunft an der Schule erhielten. Den Anblick der Blaskapelle, welche extra für uns in paramilitärischer Manier am Tor aufmaschierte, werde ich wohl nie vergessen. Im Anschluss an diesen Empfang, welchen ich schon als überaus beeindruckend empfand, unwissend was später folgen sollte, wurden wir zu unseren Gastfamilien gebracht. Mit wachsendem Interesse und einer Spur von Verzweiflung, überpruefte ich sogleich den Lebensstandard, welcher mich künftig erwarten sollte: Bett und Zimmer waren mit dem Austauschschüler zu teilen, die Dusche war (im europäischen Sinne) nicht existent, sondern bestand aus einem Eimer kombiniert mit einem Becher, den man gefüllt über dem Kopf ausleert. Überraschend effektiv ist diese Methode, dabei auch strom- und wassersstraßensparend. (Die Grünen wären begeistert) Mir wurde also schnell klar, dass ich meine Existenzängste getrost für den suizidalen Straßenverkehr aufheben konnte.

Am nächsten Morgen wurden wir um 5 Uhr indischer Zeit geweckt und trafen bald darauf im Haus einer anderen Gastfamilie ein, mit der wir den Familienausflug verbringen würden. Nichts hat mir bisher so sehr die extreme Einkommensschere in Indien klar gemacht wie dieser Ausflug. Hier traf ich auf eine Familie, die in einem geradezu palastartigem und äußerst luxuriösem Haus lebte. Unter ihrer Organisation wurde unser Ausflug zum Exklusivurlaub, wir selber zu VIPs. Dies gipfelte nicht selten in etwas peinlichen Situationen, wenn wir zum Beispiel in extra gemieteten Golfwägen durch den Zoo kutschiert wurden oder beim Einsteigen in den Bus andere Gäste zurückgehalten wurden, um uns das Einsteigen und eine freie Platzwahl zu ermöglichen. Während der Busfahrt waren wir in der Lage, einen tiefgreifenden Eindruck von der indischen Alltagskulisse zu erhaschen, welcher über den Verkehr hinaus von einem bunten, abwechslungsreichen Straßenbild geprägt ist. Zu sehen ist jedoch auch die allgegenwärtige Armut, welche sich zumeist in Verfall und unübersehbarem Schmutz äußert, und so jedem noch so interessanten Anblick einen bitteren Beigeschmack verleiht.

School Assembly

Am nächsten Tag sollten wir zum ersten Mal die Schule besichtigen und am offiziellen Empfang teilnehmen.  Ich denke, kein Außenstehender könnte je meine Überraschung nachvollziehen, zu welchem mit fortlaufendem Empfang auch eine gehörige Portion Bewunderung trat angesichts der überaus eloquenten Reden einzelner Schueler und Lehrer sowie dem Vortrag der deutschen, indischen und schulischen Hymne. Den Höhepunkt fand dieses Ereignis in dem imposanten Aufmarsch indischer Schüler in der Uniform der vier Waffengattungen auf dem Schulhof, als ein Hauch von West Point durch die Schule zu ziehen schien. Der Rest des Tages verlief wie im Fluge, während wir eine ausführliche Führung durch die Schule erhielten und an einer Diskussion über das Thema „Ideas rule the world“ teilnahmen. Die war von den indischen Schülern offensichtlich penibelst  einstudiert und wurde mit höchstem rethorischen Geschick vorgetragen, sodass wir kaum zu Wort kamen.

Marching

An die folgenden Ereignisse erinnere ich mich nur noch undeutlich, nachdem mein Körper um die Mittagszeit eine Niederlage im Kampf mit dem ungewohnten  indischen Essen und der schwülen Hitze erlitten hatte. Nachdem ich durch einen kühlen, ausgiebigen Mittagsschlaf einen effektiven Wiederaufbau in Gang gebracht und einen Marshallplan in Form eines westlichen Medikamentenmixes genossen habe, dürfte ich heute wieder kampfbereit sein und freue mich auf neue Abenteuer in Delhi.

Paul Noller

Anmerkung der Redaktion: Blogger Paul erfreut sich wieder bester Gesundheit.

Welcome to India

Welcome to India

Kleiner Snack zum Empfang nach der Ankunft vom Flughafen

Deutsch – Indische Dekoration

Gestern sind wir nach einem langen Flug (die meisten von uns waren mehr als 24 Stunden wach) in Sonepat angekommen. Der Empfang war überwältigend. Die Gasteltern und Austauschschüler standen alle bereit, die Band spielte ordentlich laut, wir bekamen gelbe Tupfer auf die Stirn gemalt und wurden mit Rosenblättern begrüsst. Da war die Müdigkeit schnell vergessen. Es gab noch einen kleinen Snack und dann wurden die Schüler von den Gasteltern mit nach Hause genommen. Das Wochenende verbringen alle in ihren Familien und wir sind sehr gespannt, was sie uns morgen (Montag) alles erzählen werden. Es ist angenehm warm, aber nicht zu heiss.

In wenigen Tagen geht es los

In wenigen Tagen geht es los

Ein neuer Austausch mit Indien steht bevor. Die Vorfreude steigt und die Vorbereitungen sind fast abgeschlossen. Die meisten kennen bereits ihre Austauschpartner und stehen per Mail in Kontakt mit ihnen. Das Programm, das uns in Indien erwartet, steht – und alle freuen sich natürlich auf das Highlight – das Taj Mahal. Am Freitag geht es los: zuerst mit dem Zug nach Frankfurt, dann von Frankfurt nach Doha und schließlich nach New Delhi. Am Samstag um 8 Uhr morgens werden wir dort von Repräsentanten der Schule in Empfang genommen. Dann geht es mit dem Bus weiter nach Sonepat zur Schule, wo die Gastfamilien auf uns warten werden. Eine lange Reise!

Wir werden hier im Blog über unseren Austausch schreiben und versuchen, euch mit Berichten und Bildern an unseren Erlebnissen teilhaben zu lassen.

Also bis bald!