Monthly Archives: Oktober 2015

Scharfe Currys – Heiße Schlitten

Scharfe Currys – Heiße Schlitten

Schon gleich bei der Ankunft in Neu Delhi denke ich mir: Viele Autos sehen hier irgendwie…zu edel aus und wollen nicht so recht zur Umgebung passen. Klar, man finden auch die erwarteten Tuck-Tucks und 30 Jahre alte Schrottkisten. Auch an Motorrädern, so genannten Scooties (die wie geklont aussehen), mangelt es definitiv nicht. Doch dann parkt plötzlich ein nagelneuer Jaguar XjS vor einem Haus, dem ich maximal einen verbeulten Tata zugetraut hätte.
10. ToyotaAlso habe ich als Autofan genauer hingesehen. Schicke Jaguars, BMWs, Mercedes sind nur einige der hochpreisigen Luxuskarossen, die hier zwischen all den verbeulten Kleinwagen durch die Gegend düsen. Sogar ein Porsche hat unseren Weg gekreuzt (der Schulbesitzer der VGS hat wohl auch einen Cayenne). Und Inder scheinen hierbei, wie viele andere auch auf deutsche Ingenieurskunst zu vertrauen. Audi scheint hier am beliebtesten zu sein: auf jeden Mercedes oder BMW, den ich gesehen habe, kommen mindestens zwei Audis. Die einzige Ausnahme bildet Jaguar, was durchaus verständlich ist. Jaguar ist in meinen Augen so ziemlich die einzige Marke, die von Qualität und Preisniveau mit den deutschen Edelschlitten mithalten kann. Bei anderen zahlt man entweder fast das Doppelte oder büßt an Qualität ein.
Meine Gastfamilie fährt „nur“ einen Toyota, aber auch der ist einen genaueren Blick wert. Die Familie hat sich große Mühe gegeben, ihn so luxuriös wie möglich zu konfigurieren. Holzimitation, beigefarbene Sitze und 6–Disc – CD Player waren (laut Aussage des Vaters) optionale Extras. Dass Autos auch in Indien ein Statussymbol sind, liegt also nahe.
Ich war in den Sommerferien in Dubai, wo Autos das Statussymbol schlechthin sind. Und es zeigen sich durchaus Parallelen zu Indien. So sind beispielweise die teureren Autos poliert, während auf den übrigen eine ordentliche Staubschicht liegt. Hier wie dort wimmelt es tagsüber vor den Malls nur so von Taxis und Tuck-Tucks, während abends im Flutlicht funkelnde Luxuslimousinen vorfahren. Nur eben preislich erreicht Indien nicht ganz das Niveau von Dubai. Statt Lamborghini Aventador ein Audi TT; statt Rolls Royce Phantom ein Audi A5. Und es gibt auch deutliche Unterschiede: Wo in Dubai Leistung und Geschwindigkeit zählen, spielen hier verkehrsbedingt (siehe auch Beitrag zum Verkehr) luxuriöse Ausstattung, Marke und schickes Aussehen eine größere Rolle.

Hyundai - ein typisches Fahrzeug auf indeschen Straßen

Hyundai – ein typisches Fahrzeug auf indeschen Straßen

Auffällig sind auch die Farben der Autos. Zu erwarten wären grelle, leuchtende und knallige Farben, die in Indien alles dominieren. Doch stattdessen findet man vor allem die Farben Weiß, Silber und bereits mit einem größeren Abstand die Farbe Schwarz auf den indischen Straßen. Das weckt meine Neugier. Ich frage meinen Gastschüler. „Das sind nun mal die beliebtesten Autofarben Indiens“, sagt Keshav. Als ich allerdings hartnäckiger weiter frage, bekomme ich heraus, dass Weiß als Farbe des Friedens gilt, weshalb diese oft als Farbe für alltägliche Gegenstände, wie beispielsweise Autos verwendet wird. Und Schwarz? „Because that´s so cooool!“. Tatsächlich werden allerdings auch Farben wie blau und rot in letzter Zeit immer populärer.
Wie in vielen anderen Ländern auch spiegelt sich Wohlstand hier in der Wahl der Automarke, nur nimmt das -typisch für Indien – gelegentlich besonders außergewöhnliche Formen an.

Bond

Familie in XXL

Familie in XXL

Wer kann sich vorstellen, mit den Großeltern väterlicherseits, den Geschwistern des Vaters und deren Kindern zusammen unter einem Dach zu leben? Kein ganz einfacher Gedanke für uns.
In den ländlicheren Gegenden Indiens sind solche „ joint families“ jedoch noch immer weit verbreitet. Mehr als 70% der Kinder der Rishikul School leben in „erweiterten“ Familien, während es in den Großstädten immer mehr „nuclear families“ nicht zuletzt auch aus Platzmangel gibt. In einer „Joint family“ leben meist Großeltern väterlicherseits, alle Söhne der Großeltern mit Familie und die eigene Familie zusammen. Oftmals teilen sich Kinder der Familien ein Bett oder ein Zimmer. Wie viele Familien in dem Haus wohnen, entscheidet die Anzahl der Söhne der Großeltern.

Nadines Familie

Nadines Familie

Da die Söhne die „Rentenversicherung“ darstellen, wünschen sich die Eltern und Großeltern mindestens einen Sohn. Heutzutage wird es zumindest in den Städten nicht mehr ganz so eng gesehen, aber man erhofft sich immer noch mit jedem Kind einen Sohn und noch vor ein paar Jahren war die Enttäuschung über ein Mädchen groß. Häufig genug wurden Mädchen sogar abgetrieben, sodass inzwischen Ultraschalluntersuchungen zum Bestimmen des Geschlechts von der Regierung verboten wurden.

Familien, die nur Töchter haben, versuchen mit einer erneuten Schwangerschaft einen Sohn zu bekommen. Die gebildeteren Familien wollen nicht mehr als zwei Kinder, da drei oder mehr Kinder zu anstrengend wären und nur schwer zu versorgen sind. Schlägt der zweite Versuch fehl, bleibt den Eltern noch die Hoffnung von einer ihrer Töchter später umsorgt zu werden. Bis vor wenigen Jahren war es noch Gang und Gebe einen Sohn aus der eigenen Familie zu adoptieren, falls man keinen eigenen Sohn hatte. Hatte die Schwester, der Bruder oder die eigene Tochter zwei Söhne, so wurde einer der Söhne im Alter von 15-16 Jahren adoptiert.

Die „Joint family“ ist auch heute noch weit verbreitet und wird bestimmt auch nicht so schnell aussterben, denn viele Inder hängen an dieser Lebensform. Die Vorteile, die eine „Joint family“ mit sich bringt, erleichtern den Alltag: So ist beispielsweise immer jemand da, der sich um die Großeltern kümmert, jemand, der die aufwendigen indischen Gerichte kocht und jemand, mit dem man reden kann, es ist einfach immer was los im Haus und die Hausarbeit kann unter den Hausfrauen aufgeteilt werden. Die „Joint family“ ist wie gemacht für Indien: Groß, laut und immer in Aktion.

Johanna

Religion zwischen Bollywood und Disney

Religion zwischen Bollywood und Disney

Akshardaham_Tempel

Am Familienwochenende haben einige den Swaminarayan Akshardham Tempel besucht, der ein Zentrum für die indische Kultur ist. Er wurde nach fünf Jahren Bauzeit 2005 eröffnet und kam ins Guiness Buch der Rekorde als weltweit größte Hinduanlage. Finanziert wurde der Prachtbau von wohlhabenden Sektenanhängern vor allem aus dem Ausland. Die Menschen besuchen den Tempel um zu ihren Göttern zu beten, zu entspannen und den Frieden, die Schönheit, die Freude und die Göttlichkeit dieses Tempels zu genießen. Dementsprechend sind dort nur wenige Touristen anzutreffen.
Die Tempelanlage hat mehrere Attraktionen und setzt sich aus mehreren Gebäuden zusammen. Beispielsweise die heiligen Fußabdrücke von Bhagwan Swaminarayan, dem Sektengründer. Sie erinnern an seine Inkarnation auf Erden und in dem weißen Marmor sind die 16 heiligen Zeichen Gottes zu sehen. Die Besucher kommen an diese Stelle um Segen und Glück zu erbitten.

Im Mittelpunkt der Anlage steht das Akshardham Tempelmonument, welches aus 234 kunstvoll verzierten Säulen, 9 großen Kuppeln und über 20.000 Skulpturen besteht. Die 3,35 m hohe, vergoldete Murti von Bhagwan S. steht im zentralen Raum, welcher prachtvoll gestaltet ist. Der Raum ist mit Edelsteinen und vielen vergoldeten Details versehen. Vor der Murti wird das Gebet abgehalten und wir trafen auf viele betende Menschen. Außen, am Fuß des Gebäudes, sind viele Elefantenfamilien in den Stein gehauen, die das traditionelle, indische Familienleben repräsentieren, wie zum Beispiel elterliche Liebe und Geborgenheit den Kindern gegenüber und den Respekt gegenüber Älteren.
Ein Film, der in einem riesigen, hochmodernen Kinosaal gezeigt wird, erzählt die Lebensgeschichte des Bhagwan Swaminarayan, während eine Bootsfahrt vorbei an ganz modern animierten Alltagsszenen die Kulturgeschichte Indiens aufgreift.
Akshardham_fountainEine große Attraktion ist die abendliche Lightshow, mit heiligem Wasser aus Seen, Flüssen und Brunnen welche von Bhagwan Swaminaraya gesegnet wurden.
In dem Abhishek Mandapam kann man die Wirkung seiner Fürbitten und Gebete durch rituelle Waschungen der Murti unterstützen.
Alle Gebäude wurden in mühevoller Handarbeit gestaltet und dekoriert. Dieser Aufwand hat sich gelohnt, denn der Tempel ist sehr beeindruckend und lockt täglich Massen an Menschen an.

Nadine & Noelle

Weitere Inforamtionen auf http://akshardham.com

Bild oben rechts: https://en.wikipedia.org/wiki/Akshardham_%28Gandhinagar%29 (14.10.2015)

Bild unten links: https://en.wikipedia.org/wiki/Akshardham_%28Delhi%29 (14.10.2015)

18 kleine Könige

18 kleine Könige

4. Dt. - Ind. FahneObwohl es 2 Uhr nachts war, kamen unsere Gastfamilien zur Schule und empfingen uns herzlich. Wir spürten, dass wir sofort ein Teil der Familie waren. Sie versuchten von Anfang an, uns jede Last abzunehmen und unseren Aufenthalt von Beginn an so schön wie nur möglich zu gestalten. Sie sorgen sich immer um uns und fragen meist dreimal nach, ob es uns auch gut geht: „Are you okay? Really? Sure?“.
Am meisten Mühe geben sich unsere Gastfamilien mit dem Essen. Sie lassen uns alles probieren und geben uns jeden Tag mehr als genug Snacks, Lunch und Drinks mit. Die Esskultur un4. Aylinterscheidet sich sehr von unserer in Deutschland. Es gibt nicht nur Breakfast, Lunch und Dinner, sondern auch noch ein Midnightsnack und andere Zwischenmahlzeiten, wie zum Beispiel Tee, Chips und indische Leckereien. Da wir dies nicht gewohnt sind, sind unsere Bäuche immer reichlich gefüllt. Wenn man das Essen lobt, ist der Teller wie aus dem Nichts sofort wieder gefüllt. Überhaupt werden wir ständig umsorgt, da wir ja nun ein Teil der Familie geworden sind.

Kaum sagen wir unterwegs, dass wir etwas schön finden, schon wird es für uns gekauft, davon lassen sich unsere Gastfamilien auch gar nicht mehr abhalten. Trotz unserer Bemühungen etwas selbst zu bezahlen, werden unsere Geldbeutel nicht leerer.4. Nadine und Noelle
Wenn wir abends nach Hause kommen, hat sich bereits die ganze Familie versammelt, um die Gäste aus Deutschland kennenzulernen und Zeit mit uns zu verbringen. Es kommt häufig vor, dass auch alle Tanten, Onkels, Omas und Opas Geschenke für uns mitbringen.
Das indische Moto: „Der Gast ist König!“ wird jeden Tag aufs Neue mit Leben erfüllt!

Jenny & Kristin

„…einsame Träne an der Wange der Zeit“

„…einsame Träne an der Wange der Zeit“

Im Umkreis von 2 km existiert ein absolutes Fahrzeugverbot. Nicht einmal Flugzeuge bekommen hier eine Überflugerlaubnis. Die Sicherheitsmaßnahmen sind enorm, um das Mausoleum aus weißem Marmor und Edelsteinen zu schützen und zu erhalten.
Natürlich reden wir hier über das Taj Mahal.
Shah Jahans Zeichen der Liebe für seine verstorbene Lieblingsfrau Mumtaz Mahal. Ihr letzter Wunsch auf dem Sterbebett war es, dass ihr Mann ihr ein kleines Mausoleum errichten soll.
Am Taj Mahal gibt es drei Eingangstore, durch die jeweils eine bestimmte Schicht den Platz betreten durfte. So durften durch den Osteingang die normalen Bürger, durch den Südeingang die Arbeiter und durch das Westportal kam die Oberschicht.
Nachdem wir am Westeingang erst mal gründlich kontrolliert wurden, stehen wie beeindruckt vor dem Eingangsbereich.5. Taj Mahal
Aber das ist erst der Anfang. Durch das mit Edelsteinen aus der ganzen Welt geschmückte Tor, das zusätzlich mit schwarzen Obsidian-Versen aus dem Koran umrandet wird, kann man bereits das erstaunliche Bauwerk sehen.
Durch die besondere Bauweise des Tores wirkt es so, als ob sich das Taj Mahal immer weiter entfernt, je weiter man durch das Tor schreitet. Wer nicht schon von dem pompösen Eingangstor begeistert war, wird spätestens jetzt, nachdem man sich durch eine fotowütige Touristenmasse gequetscht hat, von dem atemberaubenden Anblick, der sich nun bietet, überwältigt. Vor uns erstreckt sich eine Art Straße, in deren Mitte sich ein langer Springbrunnen mit dem Lotusbrunnen im Zentrum befindet. Nahezu perfekt säulenförmig geschnittene Büsche umranden die Szene. Jeweils links und rechts davon erstrecken sich grüne Gärten vom Eingangstor bis hin zum eigentlichen Mausoleum. In den tropisch wirkenden Bäumen leben die exotischsten Tiere. Zum Beispiel grüne kleine Papageien, flauschige kleine Tierchen, die aussehen wie eine lustige Mischung aus Eichhörnchen und Streifenhörnchen, kleine aufgeplusterte Eulen in Astlöchern, die mindestens so verschlafen dreingucken wie die meisten von uns, und ab und zu kleine freche Affen, die auf der Suche nach der nächsten Mahlzeit über die Wege huschen.
Wir hatten schon vor unserer Abreise eine Menge über das Taj Mahal gelernt, wie zum Beispiel, dass die vier Säulen um das Bauwerk leicht nach außen geneigt sind, damit das Hauptgebäude bei einem Einsturz durch ein Erdbeben unversehrt bleibt. Interessant dabei ist, dass die Säulen beim Betrachten dennoch so aussehen als ob sie kerzengerade dastehen.
5. Gruppe Taj MahalDas Taj Mahal ist also ein wahres Kunstwerk der Architektur. Dies muss auch der Auftraggeber erkannt haben. Den Geschichten zufolge ließ er den 20.000 Sklaven, die 22 lange Jahre an dem Mausoleum gebaut hatten, die Finger abhacken und dem Architekten die Augen ausstechen, damit der Prachtbau von niemandem nachgebaut werden konnte.
Betrachtet man den Marmorbau näher, fallen einem sofort die Blumenverzierungen auf, die sowohl im Inneren als auch außen in die Wände eingearbeitet wurden. Diese sollen den Pflanzen des Paradiesgarten im Koran entsprechen und symbolisieren wie das gesamte Bauwerk den Übergang der Welt der Lebenden in das Reich der Toten.
Auch heute noch kann man im Inneren die erstaunlich detailliert verzierten Särge der beiden Geliebten bestaunen.

Lisa & Julia

Alles in Butter, Frau Merkel?

Alles in Butter, Frau Merkel?

Unser Ziel ist das Taj Mahal in Agra. Noch vor Sonnenaufgang fahren wir quer durch Delhi, um den relativ neu gebauten Expressway zu erreichen. In Decken gehüllt schlafen Menschen am Straßenrand, immer wieder tauchen Jogger auf, die sich unbeirrt von Smog und Verkehr am Straßenrand voran quälen. Ob das wohl gesund ist? Im Park sehen wir eine Yogagruppe. Vereinzelt tauchen Frauen auf, die ihren Hund ausführen – eher ungewöhnlich in Delhi, da die Bevölkerung angesichts der vielen Straßenhunde wenig Lust auf Haustiere zu haben scheint.

Der Expressway rückt näher und es häufen sich riesige Werbetafeln am Straßenrand. Leicht gelangweilt lassen wir die übliche Parfüm-, Saft- oder auch Schmuckwerbung an uns vorbeiziehen. Und dann plötzlich werden wir hellwach, reiben uns die Augen und starren mit Erstaunen auf eine uns allen vertraute Gestalt. Auf einem riesigen Werbeplakat beißt Frau Merkel im blauen Blazer herzhaft in ein Butterbrot, während ein indisches Kind die Gelegenheit zum Selfie ergreift: Werbung für indische Amal Butter! Neben dieser Szene steht in großen Lettern: Merkel of Taste (Merkel des Geschmacks) – Leaders in Butter (Führer unter den Buttermarken). Da sage noch einer, unsere Kanzlerin habe bei ihrem letzten Besuch in Delhi keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Wb & Fa

3. Merkel

Immer wieder der Verkehr…

Immer wieder der Verkehr…

In Delhi auf den Straßen sieht man fast alles, was sich bewegt: Hunde, Kühe, Pferde und alle Arten von Fahrzeugen. Es kommt einem auch so vor, als ob keine Regeln gibt, auf die man achten müsste oder zumindest, dass der Straßenverkehr sich nur auf wenige Grundregeln beschränkt. Es wird von allen Seiten überholt. Eine Straße mit zwei auf dem Asphalt eingezeichneten Spuren wird schnell mal in eine vierspurige Straße verwandelt. Der bei uns ständig gepredigte Sicherheitsabstand spielt hier auch keine Rolle. Ganz im Gegenteil, beim Einparken ist es völlig normal, andere parkende Autos zu „touchieren“. Die Autos spiegeln die Praxis wider: Kaum ein Auto ohne massive Macken. Was einen zumindest am Anfang sehr nervt, ist das Gefühl, dass jeder zu jeder Zeit hupt. Man könnte denken, die Autofahrer tun dies aus Langeweile. Angeblich gibt es eine Kampagne der Regierung gegen die ständige Lärmbelästigung. Viel Effekt zeigt sie noch nicht.

1. Verkehr 2Obwohl der Verkehr so chaotisch ist, habe ich bis jetzt nur einen kleinen Unfall gesehen.
Auf dem Weg mit dem Bus zur Rishikul Alipur etwas außerhalb Neu Delhis gelegen, wollte ich im Bus ein wenig schlafen. Ich musste schnell feststellen, dass es ein Ding der Unmöglichkeit ist. Überall auf der Straße gibt es tiefe Schlaglöcher oder wie mein Gastschüler sagt: „Humps“. Dadurch wird man ordentlich durchgeschüttelt, was ich nicht so schlimm finde, da die Fahrt dadurch an einen Vergnügungspark erinnert. Mein erstes Fazit: nicht nur der Verkehr ist außergewöhnlich, sondern auch das Essen, das Familienleben und die Gastfreundlichkeit der Inder. Ich bin froh, hier zu sein!

Von Marvin Pfisterer

Welcome to India

Welcome to India

Punkt Mitternacht: Landung auf dem Indira Gandhi Airport in Neu Delhi. Der Schulbus bringt uns durch den nächtlichen Großstadtverkehr zur Venkateshwar School.

Die tapferen indischen Eltern lassen es sich nicht nehmen, ihre deutschen Gäste auch nachts um zwei Uhr von der Schule abzuholen. Entsprechend kurz fällt die erste Nacht aus – die 3,5 Stunden Zeitunterschied tun ein übrigens.

Aber für Müdigkeit bleibt nicht viel Zeit, die Venkateshwar-Schüler bereiten uns am nächsten Morgen einen atemberaubenden Empfang.Unsere Schüler staunen nicht schlecht über die Show, die zu ihren Ehren geboten wird. Da vergisst man selbst für einen Moment, wie heiß die Sonne vom Himmel strahlt.

Ortswechsel: ein Tag später und wieder werden wir mit viel Herzblut wie kleine Könige empfangen. Diesmal ist es die Rishikul Alipur, unsere zweite Austauschschule, die uns mit Blumenketten, Trommelwirbel und Schulband begrüßt. Für uns Begleitlehrer ein inzwischen schon bekanntes, aber nach wie vor faszinierendes Ritual – für unsere Schüler eine ganz neue Erfahrung. Als sie dann später gemeinsam mit indischen Schülern durch ein nahe gelegenes „Village“ ziehen, Plakate mit Aufschriften wie „Save the Planet“ hochhalten und lautstark „Keep Delhi Clean“ skandieren, wird ihnen wohl endgültig bewusst, welch außergewöhnliche Erfahrungen sie auf diesem Austausch machen werden.

Ulrike Weißenborn, Stefan Fahrad

Nächtliche Busfahrt

 

Staunen

 

Welcome Dance

 

Empfang an der Rishikul

 

„Clean Delhi“ Ralley