Luxusgut Schule (by Jakob G.)

Luxusgut Schule (by Jakob G.)

Wenn wir an Indien denken, haben viele von uns Bilder von extremer Armut im Kopf. Die gibt es in Indien, viele leben auf der Straße und müssen mit sehr wenig Geld auskommen und im Dreck der Großstadt leben. Doch es gibt auch das krasse Gegenteil, die High Society lebt im Luxus in großen modernen Häusern mit Angestellten und allen nur denkbaren Bequemlichkeiten.

Diese so extrem unterschiedlichen Welten sind meist klar getrennt, so leben die Reichen in sogenannten “Gated Communities” mit Zäunen und bewachten Toren an gesicherten Wohnblocks. Auch die Schulen sind anders als in Deutschland strikt getrennt. Es gibt viele Privatschulen, die sehr gut ausgestattet sind, für die man aber hohe Schulgebühren zahlen muss. Auch in Privatschulen gibt es ein mit Zäunen gesichertes Schulgelände und mehr oder weniger wirksame Sicherheitskontrollen am Eingang. Da sich bei weitem nicht jeder eine Privatschule leisten kann, gehen viele Kinder aus ärmeren Familien in oft nur schlecht ausgestattete staatliche Schulen oder manchmal gehen sie auch gar nicht erst zur Schule.

Aber auch sonst gibt es viele Einrichtungen, die nur für die Oberschicht gemacht zu sein scheinen, so zum Beispiel die riesigen, oft halbleeren, Einkaufszentren im Kontrast zu den wuseligen und bunten Straßenmärkten für jedermann. Es gibt also nur wenige Berührungspunkte, wo sich die beiden Welten überschneiden, wie zum Beispiel auf der Straße oder vor Tempeln oder anderen Attraktionen. An diesen Orten beobachtet man dann häufig auch offensive Bettler oder Verkäufer, die versuchen, vermeintlich Wohlhabenden ihre Ramschware zu überhöhten Preisen zu verkaufen. Im Hinduismus gibt es den Glauben, dass der Segen eines Armen Glück bringt. Deshalb wohl geben viele wohlhabende Inder vor dem Tempelbesuch armen Menschen ein wenig Geld.

Diese Unterschiede und starren Grenzen erschweren es einem Menschen aus der armen Bevölkerungsschicht aufzusteigen und ein besseres Leben zu führen, zumal wenn er, vor allem auch bei der Bildung, von Anfang an nur zweitklassige Chacen hat.

Doch Indien geht das Problem zumindest bei der Bildung an. Privatschulen sind verpflichtet 20 Prozent von Schülern aus der ärmeren Bevölkerungsschicht nahezu kostenfrei aufzunehmen und es gibt inzwischen zumindest eine Schulpflicht zwischen 6 und 14, sodass zumindest fast alle zur Schule geschickt werden müssen. Dennoch gelingt bei uns in Deutschland der Ausgleich in Sachen Chancengleichheit zwischen Arm und Reich deutlich besser. Das habe ich hier in Indien verstanden und zu schätzen gelernt.

By Jakob

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