Die fremde Welt der Götter (by Kevin)

Die fremde Welt der Götter (by Kevin)

Ein Kirchenbesuch – in Deutschland nichts Spezielles. Man geht in die Kirche, nimmt Platz und hört dem Pfarrer zu.      In Indien sieht das komplett anders aus:

Erstaunt von den enormen Menschenmassen, die in den Tempel Chhatarpur strömen, erkennen wir sofort den ersten, großen Unterschied zu dem eher bescheidenen Grüppchen deutschen Kirchgänger. Aus Respekt vor den Göttern sollen wir alle unsere Schuhe vor dem Tempel ausziehen.  Nach einem kurzen Blick auf den Boden, empfinden wir das erstmal als gewisse Zumutung.

Nach der Sicherheitskontrolle – in unseren Kirchen eher unüblich – erwarteten uns überall Einblicke in eine neue Welt. Blumen über Blumen in den buntesten Farben. Teppiche überall auf dem Boden, auf denen Menschen zusammen sitzen. Es gibt sogar eine Bühne, auf der Leute auf Hindi singen. Für unser Ohr klingt der Gesang ungewohnt.

An vielen Stellen erblicken wir Figuren aus Stein oder Metall über und über mit farbenfrohem Schmuck behängt. Sie symbolisieren die vielen Götter der Inder und werden verehrt.

Der Tempel besteht nicht nur aus dem großzügigen Innenraum, es gehört auch eine Art Garten dazu, der sehr gepflegt ist. Man spurt, dass hier viel Wert auf Perfektion gelegt wird. Zugleich wirkt er aber auch dezenter als der eher protzig ausgeschmückte Innenraum. Auch hier gibt es einige Lautsprecher, aus denen hinduistische, religiöse Musik oder Gebetssprüche klingen. 

Insgesamt betrachtet überrascht mich am meisten der Unterschied zwischen dem Leben im Tempel und auf den “normalen“ Straßen Indiens. Auf der Straße vor dem Tempel ist die Armut nicht zu übersehen. Im Tempel selbst ist alles sehr gepflegt und sauber. Hier mischen sich auch die beiden Welten. Im Tempel treffen die unterschiedlichen Schichten – sonst so klar getrennt – offenbar aufeinander.

In all der Pracht hat mich dieser Umstand doch am meisten beeindruckt.

Von Kevin

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